Regeln der "American Airgun Field Target Association" (AAFTA)

(Frei übersetzt aus dem "AAFTA Clubs and Shooters Handbook" von V. B.)
 


 

Die in diesen Richtlinien zusammengestellten Informationen stammen von erfahrenen Field Target-Wettkampfleitern und aktiven Schützen. Sie sollen den Clubs Anleitungen geben, um regionale und nationale Luftgewehr-Field Target-Wettkämpfe auszurichten und durchzuführen. Die Richtlinien sind in 10 Kategorien unterteilt, die im folgenden Index zusammengestellt sind:
1. Allgemeine Vorbereitung

2. Wettkampfplanung

3. Parcours-Vorbereitung

4. Ziele

5. Übungsschießen (Schießplatz)

6. Treffen der Wettkampfteilnehmer

7. System der Wettkampfklassen

8. Preisverleihung

9. Vorgehensweise bei Zielfehlfunktionen

10. Wettkampfterminologie

 

1. Allgemeine Vorbereitung

Wenn ein Club einen regionalen oder nationalen Wettkampf ausrichten möchte, müssen folgende Fragen positiv beantwortbar sein:

a. Hat der Club genügend Mitglieder, die bereit sind, den Wettkampf vorzubereiten und durchzuführen?

b. Entspricht der Schießplatz den gesetzlichen Vorschriften, und läßt er generell die Wettkampfdurchführung zu?

c. Hat der Club genügend finanzielle Reserven, um den Wettkampf durchzuführen?

d. Sind genügend vorschriftsmäßige und geeignete Ziele vorhanden?

e. Ist das Wettkampfdatum vom Dachverband (AAFTA) anerkannt worden und ist das Wetter zu diesem Zeitpunkt in der betreffenden Gegend akzeptabel?

Wenn alle diese Fragen mit "ja" beantwortet sind ist der nächste Schritt, einen Wettkampfleiter (Match Director) zu bestimmen. Dieser ist dann dafür verantwortlich, daß der Wettkampf gemäß den geltenden (AAFTA-) Regeln durchgeführt wird, und daß für alle Teilnehmer die gleichen fairen Bedingungen gelten.

2. Wettkampfplanung

a. Zuerst müssen die Pflichten eines jeden Clubmitgliedes für den Wettkampf (vorher, während und nachher) festgelegt werd.

b. Danach muß mit dem Dachverband ein freies Datum für den Wettkampf abgesprochen und fixiert werden, wobei Wetter, Feiertage, Ferienzeiten, Schießplatzverhältnisse usw. einzukalkulieren sind.

c. Es folgt die Festlegung des Parcours und der Anzahl der Wettkampfschüsse.

d. Ein Verpflegungsservice muß sichergestellt sein, was von verschiedenen Umständen abhängen kann: finanzielle Lage des Clubs, Entfernung bis zum nächsten Lebensmittelgeschäft, Kiosk oder Gasthaus. Für alle Teilnehmer muß mindestens Wasser kostenlos zur Verfügung gestellt werden und alkoholfreie Getränke sollten angeboten bzw. erwerbbar sein.

e. Damen- und Herrentoiletten müssen verfügbar sein.

f. Eine Tafel mit der Wettkampf-Leistungsanzeige muß für jedermann sichtbar aufgestellt werden, wobei eine Person für die laufenden Eintragungen abgestellt sein muß.

g. Schattige und regengeschützte Sitzplätze sind anzubieten. Leistungskarten (Score Cards), Schreibunterlagen, Namensschilder und Schreibgeräte müssen für alle Teilnehmer vorhanden sein.

h. Die Preisverleihung soll unmittelbar nach dem Wettkampf erfolgen.

i. Ein System für Entscheidung bei Punktgleichheit ("Tie-Breaker-System") muß festgelegt sein.

k. Einladungen zum Wettkampf müssen vorbereitet und verteilt werden. Diese sollen folgende Informationen enthalten:

- Datum und Zeit des Wettkampfes und der Trainingsstunden,

- Lage des Schießplatzes mit Anfahrtbeschreibung bzw. -karte,

- Gastgeberorganisation mit Kontaktadressen und entsprechenden Telefon- und Telefaxnummern,

- Preise und Wettkampfklassen,

- Startgelder und Anmeldeschlußdatum,

- Verpflegungsmöglichkeiten,

- Sicherheitshinweise,

- Sponsoren,

- Übernachtungsmöglichkeiten incl. Preisangaben und Telefon- und Telefaxnummern der Unterkünfte,

- Verfügbarkeit von Preßlufttanks bzw. Kompressoren und Luftpumpen,

- Kaufmöglichkeiten von wettkampfbezogenen Artikeln, wie z. B. T-Shirts, Mützen, Abzeichen und

- eventuelle Limitierungen des Schießgerätes und der -ausrüstung incl spezieller Anmerkungen.

l. Wenn möglich, sollte der Wettkampf in den Mitteilungen des Dachverbandes und der Fachpresse annonciert werden.

m. Die Dauer des Wettkampfes muß derart bemessen sein, daß alle Teilnehmer sicher den Parcours absolvieren können. Hierbei müssen die Teilnehmerzahl, die Anzahl der Lanes und die Schußzahl pro Ziel einkalkuliert werden. Wichtig: 2 Schüsse auf ein Ziel brauchen weniger Zeit als je ein Schuß auf zwei Ziele!

n. Vor dem Wettkampf muß ein Treffen der Wettkampfteilnehmer ("Shooter´s Meeting") stattfinden. Der Zeitbedarf hierfür ist ca. 10 bis 20 Minuten.

o. Spezielle Wettkampfhelfer ("Marshals") müssen aus den Reihen der Clubmitglieder festgelegt sein, und diese müssen verbindlich zugesagt haben, daß sie ihre Pflichten wahrnehmen (Ersatzpersonen bereithalten!). Die Anzahl der Marshals hängt von der Geographie des Schießplatzes ab: je größer dieser ist, desto mehr werden benötigt. Diese Personen müssen unbedingt vor dem Wettkampf genau eingewiesen werden!

3. Parcours-Vorbereitung

a. Jeder Parcours muß dem Schießplatzgelände angepaßt sein. Um einen sicheren Parcours zu gewährleisten, muß ein "Schießrichtungskegel" entwickelt werden, in dem alle Schußbahnen von den Teilnehmern an der Feuerlinie aus in eine gesicherte Richtung weisen. Hierbei ist folgendes wichtig:

- niemand darf eine Lane überqueren,

- die Schußabgabeposition für eine jede Lane ("Shooting Pad" an der Feuerlinie) muß absolut sicher sein,

- wenn Ziele in Bäumen verwendet werden, muß die Lane entsprechend "freigeschnitten" werden, daß diese Ziele sichtbar sind,

- alle Ziele müssen vom Shooting Pad aus sichtbar sein,

- die Leinen zum Wiederaufrichten der Ziele müssen frei und ungehindert zur Feuerlinie zurücklaufen,

- die Lanes sollten nicht zu eng beieinander liegen und

- der Schütze sollte nicht in einem Schlammloch sitzen, falls es regnet.

c .Die Shooting Pads sollten trocken sein. Bei Regen sorgt Kies mittlerer Körnung für eine ausreichende Drainage. In jedem Fall muß die Sicherheit des Schützen gewährleistet sein.

d. Zwei Pfosten am Anfang einer Lane ("Lane Markers") legen die Feuerlinie fest. Der Lauf muß zwischen den Lane Markers gehalten werden, während sich der Körper des Schützen dahinter befindet. Die Lane Markers können aus beliebigen geeigneten Materialien bestehen (Holz, Stahl, Plastik). In jedem Fall muß an einem von ihnen die Nummer der jeweiligen Lane angebracht sein.

e. Die Lanes sind derart vorzubereiten, daß alle Ziele sichtbar sind, und daß die Diabolos diese frei fliegend treffen können. Beim "Freischneiden"der Lanes sollte man auch auf die Beseitigung von Grashalmen und dünnen Unkräutern achten, die die Geschoßtrajektion beeinflussen könnten.

Ein gut geplanter und einwandfrei angelegter Parcours sichert einen erfolgreichen Wettkampf!

4. Ziele:

a. Es können sowohl kommerzielle als auch "hausgemachte" Ziele in Wettkämpfen verwendet werden. Jedes Ziel, das zuverlässig funktioniert und mit 20 bis 25 foot/pound (ca. 27 bis 34 Joule) Energie auftreffende Diabolos aushält, ist geeignet. Alle Ziele sollten sowohl mit Luftgewehren mit niedriger Mündungsenergie als auch mit solchen mit hoher getestet werden. Der schnellste Weg, einen Wettkampf zu ruinieren, sind unzuverlässig funktionierende Ziele. Das Ziel muß fallen, wenn die Kill Zone (-in den U.S.A. auch pietätvoll "Hit Zone" genannt) getroffen wird und stehen bleiben, wenn dies nicht der Fall ist. Gegenwärtig werden die meisten Ziele in England hergestellt.

b. Die Kill Zones müssen rund sein. Sie können Durchmesser von 0,5 bis 1,75 Zoll (ca. 1,25 bis 4,5 cm) haben; solche mit 1,5 Zoll (ca. 3,8 cm) Durchmesser sind weit verbreitet. Kleinere Kill Zones werden in Wettkämpfen nur in limitierter Anzahl verwendet.

c. Die Zieldistanz sollte minimal 10 Yards (9m) und maximal 55 Yards (ca. 46 m) betragen. Die kurze Distanz erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen, da die Diabolos zurückprallen können. Bei der Zusammenstellung des Parcours sollte die Leistungsklasse der Schützen berücksichtigt werden (gute Schützen treffen kleinere Kill Zones als Anfänger!). Folgende Kill Zone-Entfernungskombinationen gelten für erfahrene Schützen:

Kill Zone Distanz

0,50 Zoll (ca. 1,25 cm) 25 Yards (ca.23 m)

0,75 Zoll (ca. 1,90 cm) 35 Yards (ca. 32 m)

1,00 Zoll (ca. 2,50 cm) 45 Yards (ca. 41 m)

1,00 Zoll und mehr 50 Yards (ca. 46 m)

Diese Entfernungen sollten gemäß der Leistungsfähigkeit der Schützen variiert werden, d. h. sie können verringert und mit wachsender Treffsicherheit schrittweise auf die Maximaldistanz gebracht werden.

d. Für einen regionalen oder nationalen Wettkampf soll die durchschnittliche Entfernung aller Ziele 30 bis 32 Yards (ca. 27,5 bis 29 m) betragen. Ziele mit reduzierter Kill Zone können in kürzerer Entfernung aufgestellt werden, die im Verhältnis dieser Durchschnittsdistanz entsprechen, um den Parcours abwechslungsreicher zu gestalten. Die Ziele mit größerem Kill Zone-Durchmesser als 1 Zoll müssen nicht unbedingt alle auf Maximaldistanz gesetzt werden.

e. Die Schnüre für das Wiederaufrichten der Ziele müssen Zuggewichte von 25 bis 40 kg aushalten; geeignet sind gedrillte Dacron-Schnüre hoher Qualität, da diese sich nicht dehnen und Ultraviolettstrahlung länger widerstehen als Nylon- oder Polypropylenschnur. Diese Hochleistungsschnüre werde auch für das Hochseeangeln verwendet, sind extrem widerstandsfähig, jedoch auch sehr teuer. Es wird empfohlen, keine Nylonschnur zu verwenden, da sie sehr dehnbar ist, was das Aufrichten der Ziele sehr erschwert. Ein einfacher Angelwirbel, der etwa 10 Zoll (ca. 25 cm) vor dem Ziel befestigt ist, verhindert, daß die Leine sich verdrillt. Eine kleine stählerne Angelruten-Leinenöse verhindert, daß die Schnur an den Lochkanten im Ziel durchgescheuert wird. Wird das Ziel über ein Stück Bungee-Leine oder ein starkes Gummiband mit der Aufrichtschnur verbunden, verringert dies die Gefahr deren Abreißens. Anmerkung: wenn die Dacronschnur zu teuer ist, kann man sparen, indem man nicht die Länge der Maximaldistanz an jedem Ziel anbringt, sondern nur die aktuell benötigte.

f. Die Ziele werden mit langen Stahlnägeln ("Heringen") durch Löcher in der Zielbasis am Boden befestigt. Es ist wichtig, daß alle Ziele fest auf dem Boden sitzen und mit einer Wasserwaage horizontal und vertikal genau ausgerichtet sind. Lose Ziele können beim Aufrichten herausgerissen werden und stören den Ablauf des Wettkampfs. Ziele können an Bäumen mit Rohrschellen oder mit geeigneter Schnur befestigt werden; man sollte Nägel vermeiden. Baumziele sollten unbedingt mit den o. e. Bungee-Leinen oder Gummibändern ausgestattet sein, damit das Leinengewicht nicht das Umfallen bei einem Treffer verhindert. Bevor Ziele in den Parcours eingebracht werden, müssen die Scharniere unbedingt auf einwandfreie Funktion überprüft und geölt werden.

g. Da Field Target-Schießen nicht nur eine Herausforderung sein, sondern auch Spaß machen soll, sollten die Ziele möglichst naturgetreu bemalt sein, um sie für die Schützen attraktiver zu machen. Flache schwarze Ziele begeistern Field-Traget-Schützen keineswegs! Somit muß kunsthandwerkliches Geschick Realismus herbeizaubern. Die Löffel der Kill Zones sollten mit einer weißen Grundierung behandelt werden, über die dann orange Tageslicht-Leuchtfarbe gestrichen wird. Nach dem Wettkampf müssen die Ziele immer wieder ausgebessert werden.

h. Die Aufstellung der Ziele hängt von der Phantasie der Parcours-Designer ab, muß aber folgenden Richtlinien entsprechen:

- alle Teilnehmer haben Anspruch auf eine klare Sichtbarkeit der gesamten Kill Zone,

- das Terrain sollte die Schießposition bestimmen,

- alle Teilnehmer müssen die Möglichkeit haben, in der gleichen Position zu schießen,

- beim Plazieren der Ziele muß sich ein Beobachter an der Feuerlinie befinden, der die korrekte Aufstellung kontrolliert,

- es muß gesichert sein, daß sowohl rechts- als auch linkshändige Schützen die gleichen Trefferchancen haben,

- es muß mit einem Fernglas kontrolliert werden ob sich Hindernisse in den Schußbahnen befinden,

- die Lane Markers müssen so aufgestellt werden, daß alle Ziele in der Lane ungestört anvisiert werden können,

- alle Ziele sollen nach einem vorher festgelegten Plan aufgestellt werden,

- die Schußsequenz auf die Ziele muß festgelegt sein (normalerweise zuerst auf das am nähesten Ziel, dann auf das zweitnächste und dann ggf. auf das entfernteste),

- wenn mehr als ein Ziel in einer Lane aufgestellt ist, muß sichergestellt sein, daß sich die Aufrichtleinen nicht gegenseitig behindern,

- wenn der Parcours bei Regen überflutet werden kann, müssen die Ziele so aufgestellt sein, daß sie sich nicht "unter Wasser" befinden,

- die Ziele müssen während des Wettkampfes für die Marshals erreichbar sein,

- es muß sichergestellt sein, daß die Ziele verschiedener Lanes sich nicht gegenseitig stören und

- bei der Plazierung der Ziele muß auf einen flachen und festen Untergrund geachtet werden.

Die sorgfältige Vorbereitung, Wartung und Bemalung der Ziele sowie deren adäquate Aufstellung sind für einen erfolgreichen Wettkampf essentiell!

5. Übungsschießen (Schießplatz):

Es wird empfohlen, daß allen Teilnehmern bereits am Tag vor dem Wettkampf und zusätzlich unmittelbar vor diesem ein sicherer Trainingsschießplatz zur Verfügung steht. Dieser sollte folgendermaßen ausgestattet sein:

- mindestens 50 Yards (ca. 46 m) sicherer Schußbereich,

- ein geeignetes und trockenes Areal an der Feuerlinie,

- Haltevorrichtungen bzw. Aufstellmöglichkeiten für Ziele,

- robuste Möglichkeiten zum aufgelegten Schießen (Schießtische und Sitzgelegenheiten),

- Entfernungsmarkierungen in 5-Yard-Schritten von 10 bis 50 Yards,

- Gewehrständer,

- ein ausgewiesenes Areal zur Lagerung und Benutzung von Preßluftflaschen und Luftpumpen,

- eine klar definierte Feuerlinie,

- die permanente Anwesenheit eines Schießwarts ("Range Officer"), der den Schießplatz unter voller Kontrolle halten kann und

- das Vorhandensein von Toiletten.

Sicherheit ist oberstes Gebot! Kinder dürfen sich nicht in der Nähe der Feuerlinie aufhalten und müssen auf dem Schießplatz permanent unter elterlicher Kontrolle stehen. Haustiere sind auf dem Schießplatz verboten. Dreh- und Übungs-Field-Target-Ziele sowie ein Chronograph vervollständigen einen guten Trainingsschießplatz. Während der Trainingszeiten und im Wettkampf gelten uneingeschränkt die Sicherheitsvorschriften des Dachverbandes (AAFTA).

6. Treffen der Wettkampfteilnehmer:

Vor jedem Wettkampf muß ein Treffen der Teilnehmer ("Shooters Meeting") stattfinden, um die wettkampfrelevanten Informationen weiterzugeben. Es bietet weiterhin die Möglichkeit, die Schützen zu begrüßen und die Marshals und alle Helfer vorzustellen. Das Treffen sollte 10 bis 20 Minuten dauern und folgendes beinhalten:

a. Spezielle Clubregeln und -vorgehensweisen.

b. Erklärung der Wertung und der Score Cards.

c. Erklärung des Schießplatzes und der Lage der Lanes.

d. Anzahl der Schüsse pro Ziel.

e. Anzahl der Lanes.

f. Abgabestelle der Scorecards.

g. Einteilung der Schützengruppen ("Squads"). Bei Verwendung des üblichen o. e. 3-Personen-Systems hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: eine Squad besteht aus einem hochqualifizierten, einem mittelmäßigen und einem Anfänger-Schützen in allen Runden mit Ausnahme der Endrunde. Dies bietet allen Schützen gleiche Chancen. In der Endrunde besteht die Squad dann aus den Schützen, die direkt gegeneinander antreten.

h. Genaue Zeitangabe für den Wettkampfbeginn.

i. Ausführliche Erläuterung der Sicherheitsregeln des Dachverbandes (AAFTA).

k. Diskussion über die festgelegte limitierte Schießzeit pro Ziel.

7. System der Wettkampfklassen:

Es wird empfohlen, folgende Klassifizierung der Schützen vorzunehmen:

Z. B.: "offene Klasse in drei Qualifikationsstufen": A, B und C. Die Wettkämpfer werden in den ersten beiden Runden einer 3-Runden-Veranstaltung klassifiziert. Die Treffer der einzelnen Schützen werden numerisch aufgelistet und addiert. Die höchste in dem jeweiligen Wettkampf erreichte Trefferzahl wir gedrittelt, was die Klassen A, B und C ergibt, wobei A die höchste ist. Alle unentschiedenen (gleichen) Punktzahlen ("ties") gehen dann in die nächsthöhere Klasse. In der dritten Runde schießen dann die Schützen jeder Klasse in Dreiersquads gegeneinander. Dieses System läßt zu, daß sich jeder Schütze in einem Wettkampf immer wieder neu qualifizieren muß, und daß frühere Leistungen hier nicht berücksichtigt werden. Es hat sich bisher bei allen größeren Wettkämpfen sehr bewährt. Es können auch andere Klassen eingeführt werden, wie eine spezielle für Luftgewehre mit Prellschlag, Junior-Klasse oder eine Klasse für Rollstuhlfahrer etc. In jeder Klasse sollte mindestens ein Preis für den 1., 2. und 3. Platz vergeben werden. Bei großen Wettkämpfen, wie z. B. der Nationalen Meisterschaft, sollte immer eine Junior-Klasse mit möglichst vielen attraktiven Preisen eingerichtet werden. Grundsätzlich können Wettkampfausrichter beliebige Klassen einführen.

8. Preisverleihung:

Alle Preise müssen unmittelbar nach dem Wettkampf verliehen werden. Es wird empfohlen, die Preise vorher und bei der Verleihung auszustellen. Außerdem sollten vom ausrichtenden Club aufgenommene Photographien an die Presse weitergeleitet werden.

9. Vorgehensweise bei Zielfehlfunktion:

Wenn eine Aufrichtleine gerissen ist, muß ein Marshal zur Reparatur herbeigerufen werden. Grundsätzlich kann jeder Schütze einen Protest einreichen, wenn er den Eindruck hat, daß ein Ziel trotz Treffer nicht umfällt. Hierbei muß er folgende Prozedur einhalten:

a. Alle Squadmitglieder müssen ihre Schüsse auf das fragliche Ziel abgeben.

b. Wenn hierbei das Ziel einmal umfällt, verfällt der Protest.

c. Wenn das Ziel nicht fällt und alle Squadmitglieder eine Fehlfunktion vermuten, muß ein herbeigerufener Marshal folgendes tun:

- die Funktionalität des Zieles überprüfen,

- ggf. das Ziel reparieren oder gegen ein funktionierendes mit gleich großer Kill Zone austauschen und

-das Ziel entfernen und veranlassen, daß bei allen Teilnehmern der Schuß auf dieses Ziel als Treffer in die Score Card eingetragen wird.

Für A-Klasse-Schützen ist die Entscheidung des Marshals verbindlich. B- und C-Klasse-Schützen haben die Gelegenheit, ein fragliches Ziel nochmals zu beschießen.

10. Wettkampfterminologie (englische Fachausdrücke mit deutscher Erklärung):

- Hot Line: Schießerlaubnis an dier Feuerlinie.

- Cold Line: Feuer einstellen, Waffen entladen bzw. in sichere Richtung (Boden) abschießen.

-Shooters Meeting: Treffen aller Teilnehmer vor Beginn eines Wettkampfes, wo der Wettkampfleiter Regeln und Wettkampfdurchführung erklärt.

- Shooting Pad: der Ort, von dem aus in eine Lane geschossen wird.

- Lane Markers: zwei Stäbe oder Pfosten, die die Feuerlinie festlegen.

- Split: ein Diabolo, das den Rand einer Kill Zone getroffen hat und zerplatzt.

- Paddle: das löffelförmige Stahlteil hinter der Kill Zone, das bei einem Treffer das Ziel umfallen läßt.

- Marshal: ein freiwilliger Wettkampfhelfer, der die Einhaltung der Sicherheitsregeln und die die Ziele betreffenden Vorschriften überwacht.

- Range Safety Officer: die für die Festlegung der Feuerlinie und für Einhaltung der Sicherheitsregeln auf dem Trainingsschießplatz verantwortliche Person.

- Blow off a shot: das Abfeuern eines Diabolos in den Boden bei "cold line" oder Fehlfunktion der Waffe.

- Squad: eine Gruppe von -üblicherweise- 3 Schützen.

- Tie Breaker Lane: eine vor dem Wettkampf festgelegte Lane um unentschiedene Ergebnisse "auszuschießen".

- Time limit: die Zeit, die einem Schützen zur Verfügung steht, das Ziel zu erkennen, anzuvisieren und zu schießen.

- Lane: eine festgelegte Schießbahn, in der Wettkampfziele positioniert sind.

- Air bottle: Preßluftflasche, -tank.

- Shooting time: die für einen Wettkampf zur Verfügung stehende Zeitspanne.

- Reset: das Wiederaufrichten eines Zieles nach einem Treffer duch eine Leine vom Shoting Pad aus.
 

Die Regeln der American Airgun Field Target Association (AAFTA) für Field Target-Wettkämpfe
(Frei übersetzt aus dem "AAFTA Clubs and Shooters Handbook" von V. B.)

Schießregeln:

1. Waffen: Jede den gesetzlichen Vorschriften entsprechende Einzellader-Luftdruckwaffe. Jede Waffe, die vom Wettkampfleiter als unsicher für Menschen und deren Eigentum (incl. Ziele) eingestuft wird, ist nicht zugelassen.

2. Visierung: Jede Visierung ist zugelassen, es darf aber kein separater Entfernungsmesser verwendet werden.

3. Munition: Jedes Diabolo aus Blei oder einer Bleilegierung ist erlaubt.

4. Ziele: Es werden Silhouetten-Ziele benutzt, die bei einem Teffer in die Kill Zone umfallen und durch eine Leine von der Schußabgabepsosition wieder aufgerichtet werden können. Die Ziele sollen typische mit dem Fuftgewehr jagdbare Tiere darstellen. Sie dürfen nicht näher als 10 Yards (ca. 9m) und nicht weiter als 50 Yards (ca. 46 m) von der Feuerlinie entfernt aufgestellt werden. Der Wettkampfleiter muß sicherstellen, daß die Lanes und die Feuerlinien klar definiert sind. Außerdem muß freie Sicht auf die Kill Zones der Ziele gewährleistet sein. Der Schütze darf das von ihm beschossene Ziel nicht selbst aufrichten.

5. Wertung: Jeder Treffer, der ein Ziel "umlegt", zählt "1", jeder Fehlschuß "0". Wenn sich die Platte hinter der Killzone bewegt, aber den Fallmechanismus nicht auslöst, wird der Schuß mit "0" bewertet. Jedes Abfeuern der Waffe, das nicht vorher als "beabsichtigter Fehlschuß", z. B. in den Boden, um eine Fehlfunktion zu beheben, deutlich annonciert wird, gilt als "0".

6 Schießstellung: Grundsätzlich ist jede Schießstellung erlaubt. Der Parcours kann jedoch derart gestaltet werden, daß bestimmte Ziele nur in einer festgelegten Schießstellung beschossen werden dürfen. Gewehrriemen dürfen zur Zielstabilisierung benutzt werden, doch darf keine andere Stütze als der Körper des Schützen verwendet werden. Also: die Waffe darf nur durch die Hände und den Körper gestützt werden.

7. Sitze: Die maximale Höhe eines Sitzkissens o.ä. ist 3 Zoll (ca. 7,5 cm) einschließlich Rückenstütze. Es darf keinesfalls als Gewehrstütze benutzt werden. Anmerkung: Die Regeln 6 und 7 können durch den Wettkampfleiter auf Wunsch einzelner Schützen geändert werden, wenn sichergestellt ist, daß kein unfairer Wettkampfvorteil entsteht. Sollte ein solcher entstehen, sollen solche Schützen in einer separaten Klasse schießen, z. B. Rollstuhlklasse.

8. Umstrittene Treffer: Es muß von dem zuständigen Marshal in jedem Fall versucht werden, umstrittene Treffer zu klären, bevor die Feuerlinie der entsprechenden Lane verlassen wird. Jeder Streit, der dort nicht gelöst wird, muß dem Wettkampfleiter gemeldet werden, dessen Entscheidung unanfechtbar ist.

9. Strafen: Die Strafe für unsichere und regelwidrige Wettkampfdurchführung sowie Betrug in jeder Form ist Disqualifikation.

10. Zielabfolge: Der Wettkampfleiter muß die Reihenfolge der Ziele festlegen. Dies geschieht durch fortlaufende Nummern von links nach rechts und vom nächsten bis zum weitesten. Ein Schuß auf ein falsches Ziel wird als Fehlschuß auf das richtige Ziel gewertet; der Schütze muß dann das auf das dem richtigen Ziel folgende schießen. Das falsche Ziel wird im Trefferfall aufgerichtet und in der richtigen Reihenfolge beschossen.

11. Zeit pro Schuß: Im Fall von extremen Verspätungen an den Lanes kann ein Marshal und/oder der Wettkampfleiter die Schießzeit begrenzen. In einem solchen Fall wird jeder Schuß, der nach Überschreiten der Zeitgrenze abgegeben wird, als Fehlschuß gewertet.

12. Unentschiedene Trefferzahlen: Im Fall, daß 2 oder mehrere Schützen treffergleich für einen Preis liegen, wird ein Entscheidungsschießen oder ein anderes Tie Break-Sytem durchgeführt.

13. Wettkampfleiter: In allen Fragen, die nicht durch die Wettkampfregeln abgedeckt sind, ist die Entscheidung des Wettkampfleiters endgültig.

Sicherheitsvorschriften:

1. Alle Luftgewehre müssen ungeladen sein, bis die Feuerlinie erreicht ist. Die Mündung muß während und nach dem Laden in Zielrichtung gehalten werden.

2. Die Mündung eines Luftgewehres darf niemals auf einen Menschen gerichtet sein.

3. An der Feuerlinie gelten folgende Verhaltensmaßregeln:

a. Kein Luftgewehr darf gespannt und geladen werden, bevor der Schuß auf das Ziel abgegeben werden darf.

b. Wenn ein Luftgewehr an der Feuerlinie gespannt und geladen ist, darf die Sicherung nicht gelöst werden, bevor die Mündung auf das Ziel gerichtet und der Schütze feuerbereit ist.

c. Wenn ein Federdruckluftgewehr gespannt und geladen wird, muß der Schütze den Knicklauf oder Spannebel während des Ladevorganges festhalten, um versehentliche Schußauslösung und Verletzungen der eigenen Person oder anderer zu vermeiden.

d. Sichere Distanzen zwischen den Schützen an der Feuerlinie sind sowohl essentiell als auch fair.

e. Jeder Schütze ist für seine Schußrichtung und für sie Einhaltung der Sicherheit gegenüber anderen selbst verantwortlich.

f. Wenn der Range Safety Officer oder ein Marshal "Cold Fire" ausruft, müssen alle Schützen die Waffe öffnen oder den Spannhebel lösen, um eine sichere Feuerline zu gewährleisten.

g. Der Range Safety Officer muß benachrichtigt werden, wenn ein Schütze ein neues Übungsziel aufstellen will. Er wird dann "Cold Fire" aufrufen. Danach können auf sein Kommando neue Ziele aufgestellt werden. Im Field Target Parcours sind die Marshals gleichzeitig Vertreter des Range Safety Officer.

h. Der Range Safety Officer und die Marshals haben die endgültige Entscheidungsgewalt in Sicherheitsfragen auf dem Schießplatz.

i. Auf dem Schießplatz dürfen nur Blei(legierungs)diabolos benutzt werden.

4. Sicherheit muß das oberste Gebot sein. Es ist deshalb wichtig, daß sich alle Schützen um Sicherheit bemühen und den sicheren Umgang mit Luftgewehren üben. Es ist ebenfalls wichtig, daß alle Schützen auf beobachtete Verletzung der Sicherheitsvorschriften hinweisen und gegebenenfalls den Range Safety Officer informieren.

5. An der Feuerlinie dürfen sich niemals Kinder aufhalten. Junior-Schützen müssen vom Range Safety Officer anerkannt sein und über die Sicherheitsvorschriften aufgeklärt werden.

6. Sowohl am Trainings- als auch am Wettkampfschießplatz ist der Genuß von alkoholischen Getränken verboten.

DIE EINHALTUNG DIESER SICHERHEITSVORSCHRIFTEN WIRD STRENG KONTROLLIERT! JEDE PERSON; DIE DIESE VERLETZT WIRD VOM SCHIESSPLATZ VERWIESEN UND VOM WETTKAMPF AUSGESCHLOSSEN.

KLASSIFIZIERUNGSREGELN

1. Offene Klasse : jedes Luftgewehr mit jeder beliebigen Visierung (Ausnahme: Laser).

2. Unlimitierte Federdruckluftgewehrklasse: jedes Federkolbenluftgewehr mit jeder Visierung.

3. Standard- Federdruckluftgewehrklasse: jedes fabrikmäßige hergestellte Federkolbenluftgewehr incl Schaft, das einen empfohlenen Verkaufspreis von U.S.$ 600.- nicht überschreitet. Die maximale Zielfernrohrvergrößerung ist 18-fach. Variable Zierfernrohre dürfen daher nicht höher eingestellt werden. Interne Veränderung an der Waffe dürfen vorgenommen werden, auch die Montage von Abzugsverbreiterern, Mündungsgewichten und Gewehrriemen sind erlaubt.

4. Zusätzliche Klassen: Der Wettkampfleiter kann zusätzliche Klassen zulassen, wenn genügend Schützen für diese vorhanden sind.

Anmerkung: Jede der genannten Klassen kann in A & B oder A, B & C-Unterklassen geteilt werden. Dies geschieht üblicherweise nach der Leistung des ersten Wettkampftages oder der ersten Wettkampfrunde. Hierdurch wird die Schützenanzahl in jeder Klasse etwa gleich gehalten, so daß auch der Prozentsatz der Preise in jeder Klasse etwa gleich bleibt. Es ist auch inzwischen üblich, bei den U.S.A.-Meisterschaften jährlich einen "Vier-Mann-Landesteam-Preis" zu verleihen.


Persönliche Anmerkungen des Übersetzers:

Die AAFTA-Regeln sind sehr flexibel und lassen viel Spielraum für die individuelle Gestaltung eines Wettkampfes. M. E. ist dies sehr positiv, da man so diesen Sport sehr variabel gestalten kann und an lokale Gegebenheiten -z.. B. geographischer Art- und an die persönlichen Präferenzen der Clubmitglieder anpassen kann, so daß jeder mit Freude "seinen" Parcours mit für ihn optimalen oder leicht akzeptablen Bedingungen absolvieren kann. So wird die Durchführung von Wettkämpfen nicht statisch, sondern läßt die Dynamik zu, die ein Hobby vor "Versteinerung" schützt und auch neue Clubmitglieder anzieht. Die AAFTA-Regeln sind sicherlich -adäquat modifiziert- als Einstieg in das Field Target-Schießen in Deutschland optimal. Es muß jedoch gesagt werden, daß sich in letzter Zeit dort der Trend entwickelt, alle möglichen Hilfsmittel zu verwenden, die m. E. aus dem lockeren und entspannten FTS eine Tortur machen könnten: Riemen, die die Sitzposition "festschnallen", rüstungsähnliche Schießjacken etc. etc.. Nicht alle mögen dies dort, und besonders ältere Schützen meckern gewaltig.

Die Regeln der British Field Target Association (BFTA) sind geringfügig restriktiver. Sie sind aber für europäische Schützen in dieser Disziplin von höherer Relevanz, da es leichter ist, in Großbritannien an einem internationalen Wettkampf teilzunehmen als in den U. S.A.. Es kommt noch hinzu, daß -nach meinen persönlichen Erfahrungen- die BFTA äußerst kooperativ ist. Sie hat mich in meinen bisherigen Aktivitäten unterstützt, wie man guten Freunden hilft, die Hilfe brauchen. Sie wird sicherlich die Einführung des Field Target-Schießens in Deutschland weiter mit Rat und Tat unterstützen. Ich denke daher, daß man nach einer "Orientierungsphase" die BFTA-Regeln -an deutsche Verhältnisse adaptiert- übernehmen sollte, um in Europa schrittweise konkurrenzfähig zu werden. Aus diesem Grund habe ich auch die BFTA-Schießordnung sinngemäß übersetzt und hier veröffentlicht.

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