VBs FTS-Vorbemerkungen

Den folgenden einführenden Absatz schrieb ich irgendwann in 1996:
Es gibt Dinge, die man allein machen kann und solche, für die man die Mitwirkung bzw. Hilfe anderer Menschen braucht. Es gibt auch Aktivitäten, die man zwar allein ausüben kann, was aber wenig Sinn und noch weniger Spaß macht. Beides gilt für das sog. "Luftgewehr-Field Target-Schießen" (LFTS, kurz: FTS, original: "Airgun Field Target Shooting"). Hier in Deutschland ist diese Schießsportdiszipilin nahezu unbekannt, und man findet auch in den einschlägigen Fachzeitschriften kaum neuere Informationen, wenn man von einigen Hinweisen in dem Artikel "Funtasie" in "VISIER Das internationale Waffenmagazin" vom September 1996 und von einem anderen in dem Sonderheft "Druckluftwaffen" dieser Zeitschrift –beide von einem kompetenten Fachjournalisten mit fundiertem und aktiven "Luftgewehr-Hintergrund" mit Namen Ulrich Eichstädt- absieht. Besonders der letztgenannte Artikel ist journalistisch sehr ausgezeichnet gemacht, gibt aber nur ein "sportliches Bild" dessen wieder, was FTS ist. Hinzu kommen nämlich noch viele ungenannte Mühen und eine Menge idealistischer "Arbeitseinsatz".
Den folgenden 2 Absätze schrieb ich fröhlicher im Mai 1999:
Es gibt Dinge, die man zu dritt machen kann, von denen man eigentlich dachte, daß dazu viel mehr begeisterte Menschen nötig seien. Den Großteil des folgenden Textes bot ich 1997 in den Fachzeitschriften CALIBER, DWJ und VISIER als Chiffre-Anzeige unter dem Motto "wer interessiert sich für Luftgewehr-Field-Target-Schießen im Ruhrgebiet" an. Heute denke ich, daß die Chiffre-Anzeige der falsche Weg war: es meldeten sich nur 6 Personen. Es gab einige Telefonate sowie Absichtserklärungen und dabei blieb es vorerst; nicht zuletzt wegen beruflicher Verpflichtungen meinerseits, die mich für längere Zeit nach den U.S.A. verfrachteten. Glücklicherweise lag da ein VISIER-Fachredakteur, nämlich der oben schon genannte Ulrich Eichstädt (UE), auf der Lauer, mit dem ich mich irgendwann zu einem FTS-Schwätzchen traf. Dieses resultierte in einem weiteren Artikel über FTS in VISIER, der dann irgendwie, irgendwo, irgendwann den "Stein ins Rollen brachte". VISIER übernahm die Verbreitung der ursprünglichen Form einer von mir verfaßten FTS-Broschüre zum Selbstkostenpreis von DM 5,00 für Druck und Versandkosten, was für mich in mehr einschlägigen Kontakten resultierte (ca. 25), die aber noch keine Grundlage für einen neuen populären Schießsport waren.
Der "Durchbruch" kam 1998: die Leipziger Schützengesellschaft und VISIER führten in Leipzig den 1. Deutschen Field Target–Wettkampf durch, der ein voller Erfolg war. Knalleffekt: der "Bund Deutscher Sportschützen" (BDS) nahm mittlerweile das FTS in seine Sportordnung auf. Damit ist der Weg frei für diese aktive Schießsportdisziplin in Deutschland! Aber nicht vergessen: vor den Erfolg haben die Götter (noch viele, viele) Mühen gesetzt.
Dies ist wieder originaler Text von 1996, der FTS erklärt, allerdings auf neuen Stand gebracht:
"Airgun Field Target Shooting" ist ein relativ "junger" Schießsport, der Ende der 70er Jahre unseres Jahrhunderts in Großbritannien entstand und dort heute ein echter Breitensport mit vielen mit großem Engagement und Enthusiasmus tätigen FTS-Clubs ist. Diese sind in der "British Field Target Association" (BFTA) als Dachverband organisiert. Von GB aus wurden dann sehr schnell auch die U. S. A. und Norwegen "infiziert", wo es ebenfalls viele aktive Clubs gibt. Deren Dachverband in den U.S.A. ist die "American Airgun Field Target Association" (AAFTA). Es gibt Wettkämpfe auf Club-, Bezirks- und Landesebene. Darüber hinaus gibt es Weltmeisterschaften, die m. W. bis 1998 nur in den U. S. A. und in GB ausgetragen wurden. Die FTS-Weltmeisterschaft wurde im Juli 1999 vom Isfjorden Field Target Club in Norwegen ebendort ausgerichtet und durchgeführt.
Um es vorwegzunehmen, was ich mit dieser Internetseite deutlich vermitteln will: FTS ist ein äußerst dynamischer, abwechslungsreicher und spannender Schießsport. Wenn man nun fragt, warum er dann auch nicht bei uns in Deutschland betrieben wird, liegt das wohl hauptsächlich daran, daß über maximale Distanzen von 50 m geschossen wird, was mit den bei uns erhältlichen WBK-frei erhältlichen Luftgewehren mit der lächerlich niedrigen Mündungsenergie von 7,5 Joule einfach nicht möglich ist. Und selbst wenn sich Leute mit WBK-pflichtigen, stärkeren Druckluftwaffen einschlägig engagieren wollten, würden sie vor immensen waffengesetzlichen Hürden stehen, da man für FTS ein relativ großes Schießgelände benötigt. In den U. S. A. sind nach dem dortigen Bundeswaffengesetz Luftgewehre keine Feuerwaffen und daher in jeder Stärke für Erwachsene frei erhältlich. Außerdem darf man mit diesen in Wald und Feld (mit Ausnahme weniger lokaler Restriktionen) nach Herzenslust herumschießen, wenn basale Sicherheitsregeln beachtet werden. In GB sind trotz äußerst restriktiver Waffengesetze Luftgewehre (neuerdings auch CO2-Waffen) bis zu einer Mündungsenergie von 16,3 Joule frei erhältlich. Wie es gegenwärtig aussieht, werden sie auch nicht von der skandalösen und totalitären neuen GB-Waffengesetzgebung tangiert; die durch die neue Regierung der Labour-Party blitzschnell umgesetzt und sogar noch verschärft wurde. Allerdings scheint man die Toleranz gegenüber Luftgewehren dort heute zu bereuen und sinnt über einschlägige Schikanen nach.
Dies heißt aber nicht, daß FTS in Deutschland nicht auf legaler Basis betrieben werden kann, wenn man flexibel ist. Ich habe diese Schießsportart inzwischen sowohl in den U. S. A. als auch in GB kennengelernt, und ich bin davon überzeugt (-weil ich zugegebenermaßen FTS-infiziert bin-), daß man auch hier "einschlägig" aktiv werden sollte, besonders in den dem BDS angeschlossenen Vereinen.
Genau genommen habe ich selbst dies schon exzessiv getan, doch ich bin nun an einem Punkt angelangt, wo es allein keinen Spaß mehr macht, und von dem aus ich auch allein nicht mehr weiterkomme. Ich habe persönliche Kontakte zu FTS-Clubs und deren Dachverbänden in den U. S. A., GB und Norwegen geschaffen, habe alle wichtigen Informationen über geeignete Druckluftwaffen, Bezugsquellen, Ziele und Schießregeln etc. gesammelt, besitze mehrere WBK-freie und 3 WBK-pflichtige FTS-Luftgewehre mit Spezial-Zielfernrohren sowie Field-Targets. Hierzu habe ich fast meine gesamte sehr spärliche Freizeit und auch mehr als nur Taschengeld investiert. Um weiterzukommen, brauche ich nun -wie bereits angedeutet- das Engagement und den Enthusiasmus anderer Menschen. Der erste Schritt hierzu ist immer eine umfassende und klare Information über "die Sache". Ich habe daher fast das gesamte international erhältliche Material in die deutsche Sprache übersetzt und in der o. e. Informationsbroschüre sowie in dieser Internetseite zusammengestellt. Ich versuche damit und mit meinen weitergehenden Informationen einen realistischen Eindruck zu vermitteln, was FTS überhaupt ist und wie faszinierend es sein kann. Außerdem habe ich -als Diskussionsbeitrag- ein Szenario entwickelt, wie man FTS in Deutschland gestalten und "stufenweise" voranbringen könnte. Dies ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluß und soll dazu provozieren, zusätzlich neue realisierbare Ideen zu entwickeln. Und zwar innerhalb und außerhalb des BDS.
Der Zweck meiner früheren Chiffre-Anzeigen im DWJ, VISIER sowie CALIBER und meine "Zurschaustellung" in VISIER 10/97 (ein Dankeschön dafür an Ulrich Eichstädt) ist schlicht und einfach, möglichst viele interessierte Menschen neugierig zu machen und sie dann durch die Broschüre und jetzt noch zusätzlich durch diese Webpage objektiv zu informieren, was dann -hoffentlich- vielleicht bei einigen Begeisterung hervorrufen wird. Meine separat abrufbaren persönlichen Anmerkungen und weitergehenden Informationen sollen dann dazu anregen, über das Gelesene nachzudenken und zu entscheiden, ob man sich für diese Sache engagieren und aktiv werden möchte. Nur wenn man sich sicher ist, daß dies einen persönlichen "emotionalen Gewinn" im Sinne von Freizeitvergnügen neuer Art bringt, sollte man mit mir Kontakt aufnehmen. Es wird nämlich aus meinen Informationen, Anregungen und Vorschlägen ganz klar werden, daß damit nicht nur "Fun" sondern auch erhebliche Mühen verbunden sind. Darüber hinaus ist auch ein gewisses finanzielles Engagement notwendig, was mit der Anschaffung der persönlichen Schießausrüstung beginnt. Auch wenn ein geeignetes Luftgewehr bereits vorhanden ist, braucht man zumindest noch ein Spezialzielfernrohr mit Entfernungsmessungsmöglichkeit, das mit Montage zwichen DM 300.- und mehr als DM 3000,- kostet. Damit fängt der Spaß aber eigentlich erst an, doch dazu später mehr.
Wenn es irgendwann gelungen ist, FTS in Deutschland "voll auf die Schiene zu setzen", wird meine persönliche Rolle dabei sehr untergeordnet sein. Ich bin kein junger Mann mehr und beruflich sehr beansprucht, dafür kann ich aber meine weitreichenden internationalen Kontakte, rechtliche Beratungsmöglichkeiten (-die wichtigsten Dinge sind schon abgeklärt-) und auch Erfahrung beim Verhandeln mit Behörden einbringen. Ich bin also bereit, mich mich auch weiterhin zu engagieren, soweit es meine spärlich bemessene Freizeit erlaubt, doch ich will und kann zusätzlich keine "tragenden Rollen" übernehmen. Ich denke aber, daß ich für ein "Kickoff" nützlich sein kann, und ich werde ein begeisterter Mitspieler bleiben. Übrigens: ich besitze bereits eine kleine und feine private "FTS-Range", deren Nutzung mir auch allein bisher noch nicht langweilig wurde, doch so entspricht dies nicht dem Sinn der Sache. Leider ist diese ca. 320 km von meinem Hauptwohnsitz im Raum BO, DO, E, WIT entfernt.
Wer sich also entschließt, nochmals mit mir Kontakt aufzunehmen, der sollte bereit sein, etwas für die "FTS-Sache" zu tun. Ich hoffe, daß aus meinen Informationen auch deutlich wird, daß man uns im Falle weiterer Aktivitäten von GB und den U. S. A. aus mit Rat und Tat unterstützen wird, und es ist immer gut zu wissen, daß man bei einem solchen Start ins Ungewisse erfahrene Freunde und Gleichgesinnte im Rücken und an der Seite hat. Der BDS ist in Aktion und stellt Vereinen Ziele für Wettkämpfe zur Verfügung; gleiches tun VISIER und die Firma Haendler & Nattermann.
Soviel zur "Einstimmung". Diese Internetseite ist derart gegliedert, daß sie mit einem Artikel beginnt, der genau erklärt, was FTS überhaupt ist. Danach folgen ausführliche Informationen, wie dies in den U. S. A. und in GB gehandhabt wird incl. der genauen Schießregeln (rules) der AAFTA und der BFTA. Es kommen dann meine ganz persönlichen Gedanken und Vorschläge zur FTS-Einführung in Deutschland. Als Anhang sind schließlich Details über FTS-Waffen, Ziele, geeignete Diabolos, Luftgewehr-Ballistik, internationale waffenrechtliche Probleme usw. usw. beigefügt. Ich denke, daß es unnötig ist, zu sagen, daß hier keinerlei kommerzielle Interessen im Spiel sind. Ich will einfach nur für FTS begeistern. Ich bin gespannt, ob mir dies gelingen wird! Abschließend noch etwas: in der "internationalen "FTS-Gemeinschaft" spricht man sich "ganz locker" mit dem Vornamen an. Es steht frei, auch hier so zu verfahren.
Und dies schreibe ich fröhlich im Juli 2001:
Seit Oktober
2000 existiert der "1. Deutsche Field Target Cluub 2000 e. V.". Das
Ziel langer Mühen ist erreicht. Der Club ist Mitglied im Landesverband 4 des
BDS, versteht sich aber überregional. Die Homepage www.dftc2000.de
zeigt und erklärt, was in der kurzen Zeit von der Gründung bis jetzt
"gelaufen" ist!