ZIELFERNROHRE FÜR FTS-LUFTGEWEHRE

Leupold-Premier 18 - 40 x 56 FT-Zielfernrohr mit Spezialabsehen.

      

Das große Schwungrad dient zur Entfernungsbestimmung (links). Die Tuningfirma Premier gibt die vom Zoomring abweichende Vergrößerung in einem Aufdruck an (rechts).

 

EINFÜHRUNG:

Man sollte immer wissen, worüber geschrieben wird. Daher halte ich es für günstig, für Einsteiger eine kurze Einführung in die Zielfernrohr-Terminologie zu geben und einige Begriffe zu erklären. Der Profi kann sich diese also ersparen.

Die dem Auge zugewandte Linse eines ZF ist das Okular. Es ist meist mit einer Korrekturmöglichkeit für Fehlsichtigkeit ausgestattet, mit der man das Absehen scharf einstellen kann. Letzteres ist die eigentliche Zielvorrichtung und kann, je nach Verwendungszweck, verschieden aussehen. Im einfachsten Fall ist es ein feines Fagenkreuz (Crosshair); es können aber auch zentrierte Punkte oder solche auf vertikalen und horizontalen Linien angebracht sein. Das folgende Bild zeigt eine Auswahl von Absehen, die für FTS geeignet sind. Mit dem Crosshair, Target Dot, Leupold Dot und Groben Duplex muß man zur genauen Anvisierung des Zieles bei verschiedenen Entfernungen immer an Verstellschrauben drehen, was zeitraubend ist und auch zu Einstellfehlern führen kann. Bei dem MilDot- und dem abgebildeten Premier-Spezial-Absehen kann man mit den auf den Linien angebrachten Punkten und den Linien ohne "Dreharbeit" einen bestimmten derselben auf das Ziel halten und auch seitlich Wind kompensieren. Leider haben preiswertere ZFs meist solche Absehen nicht. Bessere haben ein "zentriertes Absehen", d. h. der Mittelpunkt wird durch eine Mechanik immer auch in der Mitte des Sehfeldes gehalten. In der Mitte des ZF befinden sich die Höhen- und Seitenverstellschrauben, die bei "normalen" ZFs meist mit einer Münze verstellt werden. FTS-ZFs sollten unbedingt sog. "Target-Turrets" mit Skalierungen haben, die leicht ohne Werkzeug verstellbar sind.

 

Für FTS geeignete Absehen

Die Frontlinse des ZF ist das Okular, das bei FTS-ZFs justierbar sein sollte (Adjustable Objective, AO). Dies ist wichtig, weil damit sowohl ein "Parallaxenausgleich" erzielt als auch eine Entfernungsmessung vorgenommen werden kann, die später genau erklärt wird. Die Parallaxe ist eine Verschiebung zwischen dem Zielobjekt und dem Absehen, die z. B. auftritt, wenn man nicht zentrisch in ein ZF blickt und das Ziel nicht in der eingestellten Entfernung liegt. Dies kann durch Drehen des AO einfach korrigiert werden, indem man das Ziel scharf einstellt. Teure ZFs können diese Verstellmöglichkeit auch an der linken Seite des Mittelrohrs (gegenüber der Horizonalverstellung) haben. Aus der Quadratwurzel aus dem Durchmesser des Objektivs multipliziert der Vergrößerung des ZF ergibt sich die "Dämmerungszahl". Je höher diese ist, desto besser sieht man bei schlechten Lichtverhältnissen, Sie ist für FTS nicht sonderlich wichtig, es sei denn, man schießt bei schlechtem Wetter in dichtem Wald. Die Linsen von ZFs sind meist "vergütet", d. h. mit reflexmindernden Beschichtungen ausgestattet. Diese erhöhen auch die Lichtdurchlässigkeit. FTS-ZFs haben typischerweise variable Vergrößerungen. Je höher die maximale Vergrößerung ist, desto genauer sind die mit dieser erzielten Entfernungsmessungen.

SPEZIELLES ZU FTS-ZIELFERNROHREN:

Es mag für Uneingeweihte seltsam klingen, doch Federdruckluftgewehre sollten nicht mit normalen ZFs ausgerüstet werden. Diese Waffen erzeugen -im Gegensatz zu Feuerwaffen- zusätzlich zu einem schwachen Rückstoß einen starken vorwärts gerichteten Prellschlag, der auf Dauer das Absehen und die Linsenhalterungen auch des stabilsten Feuerwaffen-ZF langsam aber todsicher ruiniert. Dies liegt daran, daß diese Komponenten zwar gegen stärkste Rückstöße gesichert sind, nicht jedoch gegen Vorwärts-Prellschläge. Gegen diese ist besonders das Absehen anfällig, und ein Bekannter hat es geschafft, ein teures Zeiss-Zielfernrohr auf einen normalen (7,5 J) HW97k zu demolieren. Bei speziellen Luftgewehr-ZFs ist das Absehen gegen den Vorwärts-Prellschlag gesichert. Damit wird auch klar, daß man an einem Luftgewehr-ZF für DM 80,- bis 120,- auf Dauer nicht glücklich werden wird, auch wenn diese häufig vom Handel als Komplettangebot mit dem Luftgewehr geliefert werden. Je stärker ein Federkolben-Luftgewehr ist, desto mehr strapaziert es das ZF. Es kommt hinzu, daß Prellschlag und Vibrationen die ZF-Montagen in den allgemein üblichen Prismenschienen verschieben. Hersteller wie WEIHRAUCH und AIR ARMS haben daher Bohrungen in der Prismenschiene angebracht, in die ein stabiler Verankerungszapfen der hinteren Montage hineinragt. Andere bieten Arretierstücke mit oder ohne elastische Dämpfung an, wie z. B. DIANA. Für Hochleistungsluftgewehre, deren Mündungsgeschwindigkeit kurz unter der Schallmauer liegt, bietet THEOBEN ENGINEERING eine sog. DAMPA-MOUNT-Montage an, die den Prellschlag durch Gummimuffen in sich selbst abfängt. Eine weitere Besonderheit von speziellen Luftgewehr-ZFs ist weiterhin, daß sie sich über das Ojektiv oder ein seitliches Einstellrad über den Parallaxenausgleich von ca. 10 m an scharfstellen lassen. Bei Feuerwaffen-Zielfernrohren ist dies in der Regel erst ab 50 m möglich. Bei FTS-Zielfernrohren der "Meisterklasse" (Preis zwischen DM 1200,- und 4000,-, s. Titelbild) ist die seitliche Einstellmöglichkeit Standard. In der Regel haben solche Geräte ein Mittelrohr mit 30 mm Durchmesser, was spezielle Montageringe notwendig macht.

Für ein FTS-Luftgewehr sollte man das Zielfernrohr sehr sorgfältig aussuchen und nicht die billigste Wahl treffen, die sich sehr bald als die falsche erweisen würde. In Deutschland ist der Markt hierfür mehr als dürftig, und viele Händler und Verkäufer kennen die Anforderungen an ein FTS-Zielfernrohr nicht. Um es noch einmal zu wiederholen: beim FTS kommt es darauf an, die Entfernung zum Ziel zu bestimmen, das Zielfernrohr schnell auf diese einzustellen und das oft recht kleine Ziel zu treffen. Hierbei muß evtl. noch Seitenwind berücksichtigt werden. Außerdem werden TFS-Wettbewerbe in der Regel bei Tageslicht ausgetragen.

  

Das Simmons Airgun Competition 6 - 18 x 42 ist ein gutes und preiswertes FT-Zielferntohr, das m. W. nicht mehr gebaut wird. Das vergleichbare Ersatzmodell ist das Pro Air 6 - 18 x 42.

   

Die Entfernungsmessung erfolgt am verstellbaren Objektiv (links) und die großen Target-Absehen-Verstellknöpfe haben pro Klick 1/8 Winkelminute. 

Um beim Letztgenannten anzufangen: Objektivdurchmesser von 40mm garantieren in der Regel ausreichende Dämmerungszahlen und sind daher optimal, sofern die Optik der Linsen von guter Qualität ist. Das Schießen auf Ziele mit wechselnden Distanzen verlangt noch zwei weitere wichtige Eigenschaften des ZF. Es muß eine Parallaxenausgleichsvorrichtung besitzen, die besonders für Entfernungen zwischen ca. 7,5 und 50 m geeignet ist. Dies ist nämlich die Voraussetzung für die Möglichkeit, die Zieldistanz zu bestimmen (Rangefinder), was später noch ausführlich erklärt wird. Die zweite Anforderung ist eine variable Vergrößerung: hier ist 4 oder 6 bis 18x empfehlenswert. Der Wert 18 ist deshalb wichtig, weil zumindest bei nationalen Wettbewerben in GB 18x in einer bestimmten Klasse die maximal zugelassene Vergrößerung ist. Viele FT-Schützen haben ZFs mit höheren Vergrößerungen (bis mehr als 40x), doch dies ist nur etwas für wahre Experten. Wer jemals versucht hat, mit 18-facher Vergrößerung ausschließlich mit Körperunterstützung zu schießen, weiß wie schwer es ist, hierbei das "Wackeln" zu eliminieren! Um eine schnelle Verstellung des Absehens bei der Entfernungsanpassung zu gewährleisten, muß man entweder unbedingt darauf achten, daß das ZF die Möglichkeit zur leichten manuellen Höhen- und Seitenverstellung des Absehens oder auf diesem geeignete Markierungen (z. B. MilDot-Absehen) hat. Wer hier mit Münze oder Schraubenzieher hantieren will, kommt bei limitierter Schießzeit ganz schnell in Schwierigkeiten! Sog. "Target Turrets", hohe griffige Verstellknöpfe mit gut ablesbaren Markierungen sind hier eine gute Lösung. Ich selbst bevorzuge spezielle Absehen mit Entfernungsmarken, weil sie das lästige Knopfdrehen ausschalten. Da auch aus starken Luftgewehren verschossene Diobolos wegen der relativ geringen Mündungsenergie und des geringen Gewichts auch auf eine Entfernung von "nur" 50 m eine ziemlich gekrümmte Flugbahn haben, ist dieser Gesichtspunkt sehr wichtig. Genaueres hierüber findet man in der Rubrik "Luftgewehr-Außenballistik".

Das neue Tasco Custom 10 - 50 x 56 ist ein wahres Monstrum, doch von sehr guter Qualität.

 

Das Okular ist individuell einstellbar (links) und das große Schwungrad erlaubt eine bequeme und schnelle Entfernungsmessung. Der Ablesepunkt ist m. E. etwas klein geraten.

M. W. gibt es auf dem deutschen Markt nur zwei ZFs, die annähernd diese Anforderung erfüllen: ein RWS 4-12x40 und ein FIELDMASTER 4-12x40. Beide haben das Manko einer zu niedrigen Maximalvergrößerung. Nach meiner Meinung bietet die Firma SIMMONS optimale ZFs mit bestem Preis-Leistungsverhältnis an. Diese Gläser sind inzwischen auch in Deutschland bei wenigen Händlern (s. Rubrik "Zielfernrohr-Markt") erhältlich. SIMMONS ist eine U. S.-amerikanische Firma, die in England eine SIMMONS U. K.-Niederlassung hat. Diese beliefert deutsche Kunden direkt zu Listenpreisen, was -wie bereits an anderer Stelle gesagt- ohne Zollformalitäten einfach abgewickelt wird. Manchmal bringt eine Anfrage beit der Firma Litts (s. ZF-Markt) bessere Preise. Nach meinen persönlichen Eindrücken und guten Erfahrungen ist das SIMMONS AIRGUN COMPETITION RANGEFINDER 6-19x40 ein echter "Knüller". Es kostet 124,- Britische Pfunde, geeignete Montagen reißen dann noch zwischen 12 und 25 Britische Pfunde aus der Brieftasche. Durch den gegenwärtigen hohen Kurs der britischen Währung kommt immerhin eine beachtliche DM-Summe zusammen; in den U. S. A. kauft man viel preiswerter ein: nur 130 $ (!!), doch die Portokosten lassen den Preisabstand dann wieder schrumpfen, es sei denn, man ist sowieso "drüben". Der einzige -unerhebliche- Nachteil dieses Zielfernrohres ist lediglich, daß es sehr lang ist (das sind fast alle anderen auch, manche noch viel länger!) und bei vielen Luftgewehren bis über die Lademulde reicht, so daß das Diabolo seitlich eingesetzt werden muß. Ich kenne aber nur eine Waffe, bei der dies erhebliche Probleme macht, nämlich der BSA AIRSPORTER STUTZEN. Dieses Zielfernrohr kommt mit einer zeitlich unlimitierten Garantie und es werden jeweils zwei Sätze von Klebeetiketten zur individuellen Entfernungsmarkierung an Parallaxenausgleichsring und Absehenverstellungen mitgeliefert, deren Verwendung später noch ausführlich besprochen wird. M. W. läuft die Produktion dieses Zielfernrohrs aus, und es wird durch ein verbessertes Nachfolgemodell ersetzt, das Pro Air 6 - 18 x 42. SIMMONS bietet noch andere preiswertere und teurere FTS-geeignete Zielfernrohre an, so daß jeder individuelle Geschmack befriedigt werden kann. Es gibt natürlich noch viele andere Wahlmöglichkeiten, mit denen ich jedoch keine Erfahrung habe. In GB scheint der Favorit das Leupold 8-32x40 zu sein, das mehr als DM 3000,- kostet. Das TASCO CUSTOM CLASS SIDE WHEEL ist dort auch sehr beliebt und belastet die Kasse mit "nur" DM 1600,-. Das TASCO 6-24x40TR ist mit DM 450,- viel billiger, soll aber nur bis 45 m gute Entfernungsmessungen liefern (was soll’s, so weit schießen unsere "freien" sowieso nicht genau genug). Auch die Marken BURRIS, BSA u. a. haben geeignete Modelle. Informationen hierzu findet man in der Rubrik "FTS-Zielfernrohr-Markt". In den AAFTA-News wird ein STOREY 6-24x40 für 350,- U. S. $ sehr gut besprochen; für 75,- $ mehr wird das Glas auch mit eingebauter Wasserwaage geliefert. Ich selbst sehe für Einsteiger keinen Grund, mehr zu investieren als das, was die SIMMOMS 6-18x40 RANGEFINDER kosten.

Irgendwie habe ich den Eindruck, daß innerhalb der "FTS-Szene" das ZF fast zu einem größeren Kultgegenstand geworden ist als die Waffe. Als ich zum ersten Mal probiert habe, mit einer 32x-Vergrößerung sitzend auf 50 m eine 40 mm-Kill Zone zu treffen, schoß ich vorbei, weil mein Puls das Absehen "hüpfen" ließ. Fazit: mit einem 6-18x40 "welche Marke auch immer" ist man als Einsteiger gut bedient. Inzwischen bin ich in dieser Hinsicht aber etwas weiter gekommen. Die "Meisterklasse" der FTS-Zielfernrohre geht neuerdings -ganz entgegen dem, was im weiter oben gesagt wurde- auf ganz andere Standards zu. Da die Entfernungsmessung mit steigender Vergrößerung präziser wird, verwendet man solche bis zu 60-fach (!). Das oben dargestellte Tasco Custom 10 - 50 x 56 ist ein solches Gerät, wird aber von seinen brandneuen Pendant 10 - 60 x 56 noch übertroffen. Sie haben ein MilDot-Absehen mit Punktmarkierungen, die -wenn es einmal eingeschossen ist- eine leichte Höhen- und Seitenkorrektur bei verschiedenen Entfernungen darstellen. Ich besitze inzwischen selbst das Tasco Custom 10 - 50 x 56 (ein wahres Monstrum!), das sich von 7 m bis unendlich scharf stellen läßt und das -im Gegensatz zu dem älteren 8 - 40 x 56 eine sehr gute optische Qualität und eine präzise Entfernungsmessung hat. Es kommt aber nicht an mein getuntes Leupold-Premier 20 - 40 x 52 mit VB-Spezialabsehen heran, obwohl man bei diesem bei Entfernungen unter 17 m eine anmontierte Nahlinse vorklappen muß, was aber schnell geht. BSA bringt gerade ein den Tasco Custom-ZFs vergleichbares Gerät auf den Markt, das sogar einen Objektivdurchmesser von 60 cm hat. Es kostet um DM 1200,- und hat -was mir nicht gefällt- m. W. nur ein Fadenkreuzabsehen ohne Markierungen. Wie dem auch sei: diese Geräte sind etwas für "Fortgeschrittene". Abgesehen von dem Gewackele bei den hohen Vergrößerungen ist das Sehfeld so klein, daß man meist das Ziel nicht findet. Dies bedeutet: auf niedrige Vergrößerung herunterzoomen, Ziel anvisieren, vorsichtig wieder hochzoomen, scharf stellen, Entfernung ablesen, auf diese Treffpunktlage korrigieren und dann erst schießen und zwar tunlichst mit wieder reduzierter Vergrößerung. Das muß gelernt sein! Nur: wer es kann wird durch mehr Treffer belohnt. Für mich selbst ist dies nur machbar, wenn ich ohne Zeitlimit schießen kann.

Die beschriebene Kombination von spezieller Parallaxenausgleichsvorrichtung und schneller Höhen- und Seitenverstellung des Absehens erfordert bei FTS-ZFs eine Eichprozedur, die in der Regel nur einmal durchgeführt werden muß und danach unglaublich schnelles Adaptieren des Absehens an die gemessene Entfernung erlaubt. Hierzu liefern gute ZF-Hersteller kleine Klebeetiketten mit Zahlen, die zwei Zwecke haben: den Parallaxenausgleich an die individuelle Sehkraft des Schützen anzugleichen und die entsprechenden Markierungen an den Verstellskalen des Absehens den Distanzen zuzuordnen, wenn man dies nicht über Absehenmarkierungen macht.

Diese Eichprozedur verläuft folgendermaßen:

  • 1. Das Absehen des ZF wird nach Bedienungsanleitung gemäß der Sehkraft des Schützen scharfgestellt.
  • 2. Das ZF wird auf höchstmögliche Vergrößerung eingestellt und ein Ziel mit genau bekannter Entfernung wird mit aufgelegtem Gewehr anvisiert.

    3. Danach wird dieses Ziel in mehreren "vor- und zurück"-Versuchen durch Drehen des Parallaxenausgleichsrings im ZF scharfgestellt. Danach wird die eingravierte Zahl am Ring abgelesen. Stimmt diese mit der tatsächlichen Entfernung überein, muß nichts mehr unternommen werden. Wenn nicht (-dies liegt dann am Auge des Schützen-), wird ein Klebeetikett mit der korrekten Entfernung vor die Markierung geklebt.

    4. Dies wird für beliebig viele Zieldistanzen wiederholt (10, 20, 30, 40, 50 m oder 10, 15, 20, 25 m).

    5. Nun wird die Waffe auf 10 m (7,5-Joule Luftgewehre) oder eine andere persönlich ausgewählte Entfernung (stärkere Luftgewehre; ich selbst bevorzuge 35 m) eingeschossen und danach werden Vertikal- und Horizontalverstellung des Absehens auf "0" rückgesetzt, indem man die Halteschrauben der Skalen löst und ohne die Abseheneinstellung zu verändern in Nullstellung bringt. Danach werden natürlich die Halteschrauben wieder festgezogen. Hat der Hersteller sog. "dial-a-distance wrap-arounds" beigefügt, ist diese Prozedur nicht notwendig. Man klebt dann einfach die Original Skalierungen mit diesen ab. Man klebt dann -je nach der Fleckschußentfernung- das Etikett "10" oder "35" an die Vertikalmarkierung. Dies wird für jede der am Parallaxenausgleichsring vorher festgelegten Entfernungen wiederholt, wobei evtl. auch die Horizontalverstellung markiert werden muß. Bei Absehenmartken muß man sich einfach die Haltepunkte notieren oder (besser) in ein Absehenbild eintragen.

    6. Danach kann die Horizontalverstellung zur Seitenwindkorrektur geeicht werden. Dieses ist ein vergleichsweise langwieriger Prozeß, zu dem man idealerweise einen Windrichtungs- und -geschwindigkeitsmesser benötigt. Der "Naturbursche" erledigt dieses Geschäft mit Winkelgraden eines "genormten" Bindfadens, der am Gewehrlauf oder z. B. an einem Ast befestigt ist. Dieser sollte den bei Wettkämpfen verwendeten entsprechen (meist grell gefärbte Spezialfäden). Diese Windabschätzung ist ein schwieriges Geschäft und erfordert viel Erfahrung, weil die leichten Diabolo schon bei leichtem Seitenwind erheblich abgetrieben werden. Aber das ist ja gerade der Reiz des FTS: unter freiem Himmel bei jedem Wetter möglichst viele Treffer zu erzielen!

  • Die Benutzung des ZF-Entfernungsmessers ist dann denkbar einfach und schnell: das Ziel wird anvisiert und mit dem Parallaxenausgleichsring scharfgestellt. Danach wird an diesem die Entfernung abgelesen. Nach diesem Wert wird dann das Absehen schnell adaptiert und ggf. Seitenwind kompensiert. Dies funktioniert wirklich und zwar besser als man denkt! Auch hier ist reine Geschmacksache, wie man verfährt. Wenn man ein unmarkiertes Absehen hat, geht an der Verstellung nichts vorbei. Viele erfolgreiche FT-Schützen bevorzugen diese Methode. Ich mag sie nicht so sehr und halte mit Absehenmarkierungen "drunter" oder "drüber". Auch Seitenwindkorrekturen sind so ganz leicht möglich.

       

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